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Die Nasenlüge
Von manchen Züchtern und "Standard-Fanatiker" hört man immer wieder die Aussage: "Der Mops hatte noch NIE mehr Nase!"
Dies ist nicht richtig, es gibt genügend Beweise dafür, welche man nicht als Mumpitz abtun kann!





 
Der Rassestandard ist nicht schuld daran !
Jahrhunderte begleitet der Mops den Menschen nun schon, immer treu und ergeben. Hat er sich doch einiges von Menschenhand antun lassen, ohne zu kapitulieren. Er wandelt auch dick und nach Luft ringend treu und tapfer an unserer Seite, wie er es auch schon vor einigen Hundert Jahren mit abgeschnittenen Ohren tat.
Einige nennen die Rasse “Kulturgut” lieben ihren Mops so wie er ist, wie auch er uns bedingungslos liebt. Die anderen finden in abscheulich und hässlich, behaupten sogar er wäre kein Hund sondern ein Schwein oder anderes erfundenes Getier. Nun…das möchte ich teilweise bejaen, der Mops ist kein Hund, er ist ein MOPS….und…Mops ist nun mal Mops. Er hat bis jetzt alle Krisen überwunden, wäre sogar beinahe ausgestorben, aber er ist “nicht klein zu kriegen” steht wieder auf wie “Phönix aus der Asche”.
Größter Anstoß zum Streit ist heute seine übertrieben kurz gezüchtete Schnauzenpartie, welche durch die daraus resultierenden anatomischen Missbildungen in der Schädelform und den Atmungsorganen, zu schwerwiegenden Atemproblemen führen.
Man hört immer Brachycephales Syndrom, zu langes Gaumensegel, zu enge Nasenlöcher und Trachealstenose.
 
Tatsache ist und bleibt, dass dieses Desaster durch Menschen- oder besser gesagt Züchterhand entstand. Auch wenn von manchen Züchtern und deren Verbände vehement abgestritten und dies durch Vorlage irgendwelcher Fotos aus den 1950er Jahren bestätigt werden soll….unser Mops hatte sehr wohl eine gesunde und wunderschöne Schnauze. Die schrecklichen Entgleisungen und übertriebenen Standardauslegungen bahnten sich in den 1940er Jahren an! Ich denke dass sie, wie bereits viele andere Übertreibungen die uns auch in der Katzenzucht bekannt sind, aus den Vereinigten Staaten nach Europa überschwappte.
Gerne wird behauptet, dass manch altes Bild vom Mops mit Schnauze, einen Mopshund zweiter Klasse darstellt aus der Zeit als er in Europa noch nicht ganz rein gezüchtet wurde. Leider kommt es solchen Leuten zugute, dass es kaum deutschsprachige Bücher von alten Zeiten gibt. Das ist im Patronatsland der Rasse, in Großbritannien ganz anders. Dort gibt es sehr viele alte Aufzeichnungen, von verschiedenen Autoren, aus dem 19ten und 20ten Jahrhundert.
Diese sind natürlich auch teilweise bebildert, und man staune was bekommt man da zu sehen? Den Mops mit Schnauze! NEIN…keine zweiter Klasse Hunde….es sind Champions aus dieser Zeit!
Schwarzer Champion um 1920
In keinem Ur-Standard war jemals die Rede davon den Mops ohne Schnauze zu züchten! Man wollte einen kurzen, stumpfen Fang. Das war alles, keine Rede von einer dicken Wulst über dem letzten Stückchen sichtbaren Nasenspiegels, oder zu kleinen Nasenlöchern!!! Diese Ausartung haben sich die Züchter und Richter ausgedacht, warum auch immer, jedenfalls ist es entgleist und sollte doch nun endlich wieder in Ordnung gebracht werden!!
 
Wie viele wissen gibt es einige Züchter und Organisationen, welche sich ernsthaft dieser Aufgabe angenommen haben, so gibt es z.B das Projekt “Retromops“, bei diesem wird durch die Einkreuzung einer Fremdrasse versucht, dem Mops mehr Schnauze zurück zu geben.
Andere versuchen durch gezielte und wohlüberlegte Zuchttierauswahl und entsprechenden Verpaarungen ohne Einkreuzung dem Vorbild um das Jahr 1900 wieder näher zu kommen! Leider gibt es aber noch mehr Trittbrettfahrer, welche ohne jedes züchterische und genetisches Wissen, zweifelhafte Tiere vermehren um sie z.B. als gesunde Sportmöpse, Minimöpse oder besondere Farbmöpse an den Mann zu bringen, nur um Profit zu machen. Es wird keine Rücksicht auf die Tiere genommen oder auf eventuelle Schäden durch wahlloses kreuzen verschiedener Rassen.
 
Meine Bitte an alle, die sich dieser ehrenhaften Aufgabe angenommen haben, lautet:
Lasst unseren Mops, bei allen Bemühungen auch Mops bleiben! Er muss NICHT neu erschaffen werden! Er soll nur ausgebessert nicht neu kreiert werden!!! Das hat er nach so vielen Jahrhunderten nicht nötig.
Er gehörte von Beginn seiner Rassedefinition der FCI-Klasse 9 an, also ein Gesellschafts- und Begleithund. Er war noch nie ein Gebrauchshund,  er war auch kein Vorstehhund, kein Hütehund, kein Treibhund und kein Laufhund!!! Warum sollte nun etwas anderes aus ihm werden?
 
Auch wenn man, wie ich, für die Zulassung von Standardabweichenden Farbschlägen  und für die Rückzüchtung auf mehr Schnauzenpartie ist, sollte man doch bitte nicht den kompletten Rasse-Standard außer Acht lassen!!
Kein Züchter der die Rasse wirklich liebt und sie ernsthaft in seiner Ursprünglichkeit erhalten will, darf dies tun.
 
Der ursprüngliche alte Rassestandard zum Mops, ist nicht verderblich, nur seine falsche und übertriebene Auslegung durch manch egozentrischen Züchter, geschmacksverirrten Show-Richter oder übereifrigen Club hat ihn, sehr zu seinem Nachteil verfälscht.
Jedoch tun dieses nun auch viele „Neu-Züchter“ die einen „new Generation Sport-Mops“ anbieten, schlimmer noch sie lassen den alten Rasse-Standard ganz außer Acht!
Auch möchte ich hier noch einmal vermerken, dass es nie einen sog. „altdeutschen Mops“ gab, wir können heute nur von einem „altdeutschen Typ“ sprechen, dieser entstand wohl, zu Anfangszeiten der gezielten Zucht in Deutschland, durch Einkreuzung anderer Rassen um dem vorgegebenen Standard nahe zu kommen. Es fehlte eben an Standardgerechten Zuchttieren, da es zu dieser Zeit nicht so einfach wie heute war, ein Tier aus dem Ausland zu beschaffen!
Der Rassestandard wurde damals sicher nicht als Neukreation der Rasse erstellt, es wurden eben alle als Schön und Gut angesehenen Eigenschaften der besten Vertreter der Rasse in einem Rahmen zusammen gefasst. Natürlich auch, weil die Zucht der Rasse in Ihrer „Entstehungsphase“ durch Einkreuzungen viele Hunde mit verschiedenen Größen. Längen, Gewichten usw. hervorbrachte. Dies beweisen alte Gemälde, Zeichnungen und Fotografien.
 
 
Hier ein Vergleich zweier Schädel eines Mops:
Man sieht sehr deutlich die anatomischen Veränderungen, man beachte bitte auch die Zahnstellung und Anzahl der Schneidezähne.
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