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Der Mops ein bunter Hund?
DIE FARBEN IM MOPS

Shirley Thomas, Präsidentin des Pug Dog Club of Greater New York ist eine versierte Mopszüchterin, Show-Richterin und Zuchtwartin in den USA. Sie schrieb das Buch „The New Pug", welches 1990 veröffentlicht wurde. Durch ihre langjährige Erfahrung in der Mopszucht, kam sie auch ohne DNA-Studien zu der Erkenntnis dass der Mops sehr viele Farben in seinen Genen hat.
Auf Seite 202 in ihrem Buch schreibt sie unter dem Kapitel „Zucht des schwarzen Mops": „ Die Farbgene in beigen und schwarzen Möpsen sind Blau, Leberfarben, Gelb, Braun, Weiß, Silber-Beige, Loh und Apricot." Sie schreibt auch, dass alle Farben außer Beige und Schwarz in der Zucht und im Ausstellungswesen, nicht erwünscht sind.
Natürlich basieren diese Aussagen auf Erfahrungen jahrelanger Zuchtarbeit, doch einige dieser Hypothesen kann man bereits mit einem DNA-Test nachweisen!

In Deutschland kann man offensichtlich nicht so ehrlich mit diesem Thema umgehen.
Im Forum eines Vereins für Kleinhunde bekommt man solche Aussagen an den Kopf geknallt
„außer beim Mops, Frau Kittel....die gibt es nämlich nur in beige und schwarz...."

Dies ist nicht richtig!! Richtig und ehrlich wäre die Aussage:
„Wir akzeptieren den Mops nur in beige und schwarz"


Der Mops kann sehr viele verschiedene Farben zum Ausdruck bringen, sie sind in seinen Genen schon immer verankert!

Noch im 19ten Jahrhundert, war die Rasse Mops ein beliebtes "Einkreuzungs-Objekt", wie aus alten Aufzeichnungen (z.B. Ludwig Beckmann/Rassen des Hundes) hervorgeht wurde z.B. in England der Bulldog eingekreuzt um mehr Masse zu erhalten, in Frankreich wurde der Mops auch mit dem "Original" der French Bulldog gekreuzt, es ist doch wohl logisch, dass bei solchen Kreuzungen auch der Farbgenotyp eines Hundes verändert und erweitert wird!!! Natürlich wird durch eine folgende Jahrzehnte lange „Auswahlzucht" die Vielzahl der vorhandenen Farb-Genotypen wieder stark eingegrenzt. Wenn also immer nur auf einen bestimmten Farbtyp „hingezüchtet" wird, gehen andere Farbkombinationen verloren, denn durch solche Maßnahmen wird der Genpool eingegrenzt. Dies geschah bereits mit der Farbe „Silber". Ich habe noch nie einen Mops in dieser Farbe gesehen, nur alte Gemälde zeigen noch Möpse die man als silberfarben annehmen kann. Auch ein klar abgegrenzter, tief schwarzer Aalstrich ist heute gar nicht mehr zu sehen!

Von „Farbgegnern" hört man immer wieder, dass sie noch nie andere Farben in Mops-Würfen hatten. Natürlich…denn der in Europa vorhandene Genpool ist bereits aussortiert und werden Zuchthunde importiert, dann auch nur in den erwünschten hellen Beige-Tönen. Außerdem wird durch das Reglement vieler deutscher Zuchtverbände das Aufkommen von anderen, natürlich vorkommenden Farben, systematisch unterbunden. Hat ein Welpe keine „standardgerechte" Farbe wird er schon im Welpenalter bei der Wurfabnahme aus der Zucht ausgeschlossen (z.B. ein beiger Mops mit weißem Brustfleck)!
Das heißt ein Mops mit einer Farbe der dem Verband, dem Verein nicht passt wird niemals für die Zucht eingesetzt, womit verhindert wird, dass noch einmal solch eine „Entgleisung" oder, Fehlfarbe genannt, hervorkommen kann.
In den USA ist das Reglement lockerer, es kann mit allen Farben gezüchtet werden.
Die Farben, welche nicht im Standard hinterlegt sind, haben nur bei Ausstellungen keine Chance.
Dadurch konnten in den USA auch viele alte und seltene Farbschläge erhalten bleiben.


Schuld an diesem „Farben-Desaster" ist der Rassestandard!

Der Rassestandard:
Erklärung Wikipedia: Als Rassestandard bezeichnet man in der Zucht von Haustieren und Nutztieren die von Zuchtverbänden festgeschrieben, charakteristischen Merkmale einer Rasse. Der Rassestandard bezieht sich in erster Linie auf den Phänotyp, mittelbar aber auch auf den Genotyp.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in England beschlossen einen „einheitlichen" Mops zu züchten. 1867 verfasste Stonehenge einen Rassestandard für den Mops, aber wohl vielmehr darum, weil die Engländer damals dem „Ausstellungswahn" verfielen. Nach diesem Standard folgte auch noch der von Hugh Dalziel im Jahr 1881. In Deutschland findet man im Werk von Ludwig Beckmann, um 1894 einen Rassestandard zum Mops.

Unter allen anderen Kriterien wurden die, zu diesem Zeitpunkt, bevorzugten Farben in den Standard übernommen. Das heißt alle anderen Farben waren ab diesem Zeitpunkt nicht Standardgemäß, wurden nicht gezielt gezüchtet. Später wurden sie als Fehlfarben bezeichnet.
Ich hoffe Sie merken etwas.

Weil eine Farbe nicht im Standard hinterlegt ist, heißt es nicht, dass es sie nie gegeben hat!
Aber genau das wird Ihnen von vielen Foren, Vereinen und Züchtern hier zulande weisgemacht!


Ist es nicht traurig? 142 Jahre……inzwischen waren wir sogar im Weltall, unglaubliche und früher undenkbare Dinge wurden erfunden, die Mikrowelle, das Funknetz für Telefone, der Computer usw., aber ein Rassestandard der wie bereits gesehen, immer wahnwitziger und extremer, auch zum Schaden der Tiere ausgelegt wird…..kann nicht angepasst oder geändert werden?


Sehen wir uns doch mal die in diesen „Ur-Standards" festgehaltenen Fellfärbungen an:

Stonehenge
(J.H. Walsh) 1867:
Walsh richtete sich nach den Möpsen, der zu seiner Zeit bekanntesten Züchter, Morrison und Willoughby. Diese beiden „Zuchtstätten" waren zu dieser Zeit die größten Rivalen und wetteiferten um die höhere Anerkennung ihrer Linien.
Der „Morrison-Mops" war bekannt und beliebt durch sein kräftiges „Gelb", die „Willoughby-Möpse" durch ein kaltes „Steingrau". Er erwähnt auch noch „lachsfarbene", deren Fell jedoch mit vielen schwarzen Haaren durchsetzt war. Er weist darauf hin, dass die „gelbe" Farbe bevorzugt wird, weil sie rein und klar ohne jegliche schwarzen Haare oder dunkle Schatten ist.
Die Maske und der Aalstrich sollten, so schwarz wie möglich sein.Ein perfekter Mops war nur der, mit einem schwarzen, klar abgegrenzten Aalstrich. Er berichtet, dass sich der Aalstrich der Willoughby-Möpse oft weit über den Rücken, wie ein „Sattel" ausbreitete und nicht so erwünscht war.
Nach vielen Jahren der Rivalität hatten sich die Morrison und Willoughby später doch noch durchgerungen, ihre Linien zu kreuzen.

Hugh Dalziel 1881:
Dalziel beschreibt ebenfalls die Farben der Morrison und Willoughby Möpse. Die Willoughby als kalte „Stein-Farbe" oder auch helles Grau!! Die Morrison als kräftiges Gelb. Die bei Walsh als „lachsfarben" bezeichneten nennt Dalziel nun „apricot". Er berichtet jedoch auch, dass es immer mehr vorkam, dass die beigefarbenen mehr oder weniger dunkel schattiert sind und diese „schmutzige" Farbe nicht so sehr erwünscht ist.
Außerdem berichtet er, dass immer mehr weiße Welpen in, auch ihm bekannten, Zuchtstätten fielen und es durchaus von einigen Züchtern angestrebt wurde, diese Farbe ernsthaft als Kuriosität weiter zu züchten!

Ludwig Beckmann 1894/95:
Er beschreibt die Farben als silbergrau oder gelbgrau und betont auch die klare Abgrenzung der Maske und des Aalstriches. Beckmann erwähnt auch (wie auch Stonehenge in einem seiner Bücher), dass ein Exemplar der Willoughby gestreift also geströmt (Beckmann schreibt: „mit schwarzen Streifen") war?
Leider wissen wir nun nicht ob es sich wirklich um einen Mops in brindle gehandelt hat. Ich bin der Meinung, es handelt sich um einen Übersetzungsfehler.

Fällt Ihnen etwas auf?
Die Farbe schwarz wird bis dato von Niemanden erwähnt!!!! Diese Farbe war zwar bereits präsent, jedoch noch nicht „salonfähig", Die beschriebenen Farben sind: Apricot, Gelb, Silbergrau und Gelbgrau!

Wie Sie aus dem heutigen Rasse-Standard sehen, wurde die Farbe schwarz darin aufgenommen. Warum soll nun keine andere Farbe mehr dazu kommen?
Die Welt dreht sich weiter, die Zeit ist nicht stehen geblieben?!
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